Ein gemeinsamer Workshop des Netzwerks Architekturwissenschaft und der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe “Bauformen der Imagination”.

Programm:
Freitag, 8.11.2013, 14:00-19:00h: Lektüre-Workshop zu Texten von Keller Easterling, Wolfgang Schäffner, Walter Seitter, Markus Krajewski, Reinhold Martin, Gabriele Schabacher, Friedrich Kittler und Hartmut Winkler

Samstag, 9.11.2013, 14:00-19:00h: Werkstattgespräche mit Prof. Dr. Markus Krajewski (Bauhaus Universität Weimar) und Dr. Gabriele Schabacher (Universität Siegen)

Was heißt es, Architektur als Medium zu beschreiben, und worin liegt die spezifische Medialität der Architektur? Was kann eine sich konstituierende Architekturwissenschaft von der Medienwissenschaft lernen? Einer Definition von Lorenz Engell und Joseph Vogl zufolge machen Medien »lesbar, hörbar, sichtbar, wahrnehmbar, all das aber mit der Tendenz, sich selbst und ihre konstitutive Beteiligung an diesen Sinnlichkeiten zu löschen und also gleichsam unwahrnehmbar, anästhetisch zu werden.«

Medienwissenschaft beschäftigt sich mit Strukturen und Gefügen, die Wahrnehmung und Kommunikation prägen, dabei aber selbst zurücktreten und unsichtbar bleiben. Architektur als Medium zu betrachten, hieße demnach, jene Momente von Architektur in den Vordergrund zu stellen, die sich der Sichtbarkeit tendenziell entziehen und dennoch oder gerade deswegen operativ werden: Architektur als dienstbare Infrastruktur, die spezifische Gebrauchs- und Verkehrsformen unterstützt, Wahrnehmungsverhältnisse prägt und darüber gesellschaftliche Ordnungen einrichtet. Ein in jüngerer Zeit neu erwachtes Interesse der Medien- und Kulturwissenschaft an Kommunikationsnetzen, Verkehrsinfrastrukturen und räumlichen Gefügen eröffnet Anschlüsse für die Architekturforschung, die in einem zweitägigen Workshop erkundet und diskutiert werden sollen.

Ziel des Workshops ist die begriffliche Klärung der Voraussetzungen einer Rede von der Medialität der Architektur sowie die Weiterentwicklung bestehender Ansätze. Die begrifflich-theoretische Arbeit soll dabei in einem ersten Teil in Form einer gemeinsamen Textlektüre und -diskussion stattfinden, im zweiten Teil werden zwei Gäste ihre Überlegungen zum Thema vorstellen und mit den Anwesenden diskutieren.

Arbeitsgruppe »Medialität der Architektur«: Nathalie Bredella, Chris Dähne, Christa Kamleithner, Roland Meyer, Julia Weber

 

8.11.2013 Lektüre-Workshop

14:00h Begrüßung und Einführung

14:15h Operativität der Architektur (Keller Easterling, Wolfgang Schäffner)

15:15h Sichtbarkeitsverhältnisse (Walter Seitter, Markus Krajewski)

16:15h Kaffeepause

16:45h Raumzeitliche Organisation (Reinhold Martin, Gabriele Schabacher)

17:45h Struktur und Gebrauch (Friedrich Kittler, Hartmut Winkler)

 

9.11.2013 Werkstattgespräche

14:00h Begrüßung und Einführung

14:30h Dr. Gabriele Schabacher (Universität Siegen): Die unsichtbare Stadt. Zur Medialität urbaner Architekturen

16:15h Kaffeepause

16:30h Prof. Dr. Markus Krajewski (Bauhaus Universität Weimar): Dienstbarkeitsarchitekturen. Vorschlag für ein Medien/Architektur-Konzept

18:15h Schlussdiskussion

19:30h gemeinsames Abendessen

 

Aufgrund der eingeschränkten Teilnehmerzahl bitten wir um Anmeldung bis zum 1.11.2013 unter meyer@architekturwissenschaft.net oder julia.weber@fu-berlin.de. Die im Lektüre-Workshop behandelten Texte werden online zur Verfügung gestellt.