Eine gemeinsame Forschungsinitiative des SNF-Projekts  „Interieur und Innerlichkeit“ (Leitung Prof. Dr. Edith Anna Kunz), des Prodocs „Das unsichere Wissen der Literatur: Ästhetik“, des SNF-Projekts „Schrift Medium Architektur“ (Leitung Prof. Dr. Hans-Georg von Arburg) und der Emmy Noether-Gruppe “Bauformen der Imagination”

1. Workshop: “Fenster”

Das interuniversitäre Forschungsvorhaben befasst sich mit drei verschiedenen, aber baulich und strukturell miteinander zusammenhängenden Architekturelementen, die auf ihre durch Konstruktion und Nutzung gegebenen typischen Wahrnehmungssituationen hin analysiert werden: dem Fenster, dem Korridor und der Treppe. Während das Fenster ein Medium visueller und imaginärer Transgression darstellt, das durch Öffnen und Schließen manipulierbar ist, bilden Korridor und Treppe einen gebauten Raum mit Interaktions- und Vermittlungsfunktionen zwischen diversen in der Horizontale und in der Vertikale befindlichen Räumlichkeiten, über die sich dem Wahrnehmungswesen Mensch komplexe Innenräume erst erschließen. Gerade in ihrer Funktion als Transiträume werden sie zu einem privilegierten Ort der Begegnung und des sozialen Austauschs. Begreift man Fenster, Korridor und Treppe als Dispositive, d.h. als heterogene Ensembles aus architekturalen Einrichtungen, alltäglichen Praktiken sowie ästhetischen, populären und wissenschaftlichen Diskursen, dann differenziert und kompliziert sich die Frage nach der Wahrnehmung, die sie typischerweise provozieren. Nicht nur die einzelnen Wahrnehmungsweisen und -akte interessieren demnach, sondern die diskursiven, sozialen und medialen Voraussetzungen, die ihnen zugrunde liegen.